ABC des ÖPNV | F wie Flügelzugkonzept

ABC des ÖPNV - Buchstabe F.

Flügel was? Was für ein Konzept? Wozu braucht ein Zug Flügel? Hat der Lokführer bzw. Triebwagenführer vielleicht zu viele Schluck aus der rot-blauen Dose mit dem Energydrink genommen und dem Zug Flügel verliehen? Fragen über Fragen – unser ABC hat die Antwort.

Fast jeder von euch ist bestimmt schon mal mit einem Flügelzug unterwegs gewesen. Als Flügelung oder Flügeln bezeichnet man das fahrplanmäßige Aufteilen eines Zuges in mehrere – in der Praxis meistens zwei – Zugteile oder auch Halbzüge, die auf unterschiedlichen Strecken weiterfahren oder von denen einer endet. Somit steht auf dem Hauptast die doppelte Kapazität zur Verfügung, bis der Zug sich teilt. Ganz schön clever, oder?

Im AVV wurde das innovative Flügelzugkonzept erstmals bei der euregiobahn umgesetzt. Im Netz der euregiobahn kommt der innovative Flügelzugbetrieb in diesem Jahr bereits seit zehn Jahren zur Anwendung. Die von Eschweiler-St. Jöris bzw. Heerlen kommenden Züge fahren zweiteilig im Zugverband bis Stolberg Hbf. Dort wird der Zugverband getrennt – der vordere Zugteil fährt weiter nach Langerwehe bzw. Düren, der hintere Zugteil nach Stolberg-Altstadt. In Rückrichtung werden die beiden Zugteile in Stolberg Hbf wieder zusammengefügt.

Seit letztem Jahr Dezember wird auch die RB33 im Flügelzugkonzept gefahren. Zwei zusammengekuppelte Zugteile verkehren gemeinsam von Aachen bis Lindern. Dort wird der Zugverband getrennt. Der vordere Zugteil fährt weiter wie gewohnt nach Mönchengladbach und Duisburg. Wer im hinteren Zugteil sitzt, setzt seine Fahrt bequem und ohne Umsteigen über den reaktivierten Streckenabschnitt nach Heinsberg fort.

Einen herkömmlichen Wagenzug zu flügeln, stellt durch viel Rangieraufwand eine ziemliche Herausforderung dar. Der Zug müsste dazu in der Mitte entkuppelt und eine neue Lokomotive angekuppelt werden, was ziemlich aufwendig ist. Genau dieser Aufwand entfällt beim Flügeln, da mit Triebzügen geflügelt wird, die mit automatischen Kupplungen versehen sind.

Um euch nicht zu verwirren, ihr in Stolberg oder Lindern plötzlich im falschen Zugteil sitzt oder den Zugteil wechseln müsst, sind die einzelnen Zugteile über die Zugzielanzeige außen und innen deutlich gekennzeichnet. So wisst ihr schon beim Einstieg Bescheid, wohin die einzelnen Zugteile verkehren. Und wenn ihr trotzdem gedankenverloren mal in den falschen Zugteil einsteigt, habt ihr sowohl in Stolberg als auch in Lindern genug Zeit, den Zugteil zu wechseln.

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