Ein Besuch bei der alten Tante

Der Bahnhof in Heimbach.

Was wäre der Landstrich zwischen Monschau und Roermond ohne die alte Tante Rur. Die Menschen nutzten ihre Kraft für die unterschiedlichsten Gewerke, Burgen wurden an ihrer Seite gebaut, Fabriken siedelten sich an. Napoleon benannte ein Departement nach ihr, als „Rurfront“ wurde sie von Panzerschlachten erschüttert. Anfang des 19. Jahrhunderts nahm man ihr das „h“, das sie noch gelegentlich trug – zur besseren Kenntlichkeit.

Die Rur hat nicht nur die Landschaft geprägt, sondern auch maßgeblich die Wirtschaft und die Kultur der Region. Von ihrer Quelle im belgischen Venn bis zur Mündung in die Maas legt sie ca. 170 Flusskilometer zurück und überwindet dabei einen Höhenunter-schied von 630 Metern.

Seit einigen Jahren begleitet sie über die gesamte Länge der RurUfer-Radweg. Eine Strecke von mittlerem Schwierigkeits-grad, die je nach Abschnitt und Richtung sowohl für gut Trainierte als auch für Familien mit Kindern ihre Vorzüge hat. So wird der eher anspruchsvolle Rennradfahrer wohl mehr Freude an dem Aufstieg von Heimbach bis Monschau finden und dabei den etwa 240 Höhenmetern trotzen, während es die weniger ehrgeizigen Radler gemütlich „mit dem Strom“ angehen lassen.

Besonders bequem ist die Kombination einer Fahrradtour mit der An- oder Abreise per Bahn. Die Rurtalbahn pendelt zwischen Düren und Heimbach und zwischen Düren und Linnich in der Woche und am Wochenende von frühmorgens bis spätabends. In den Zügen, den so genannten Regio Shuttle, kann man problemlos sein Fahrrad mitnehmen. Fahrradgruppen sollten sich mindestens drei Tage vorher anmelden, dann hängt die Rurtalbahn einfach noch einen Waggon an.

Verschiedene Tour-Varianten lassen sich empfehlen. Für besonders naturverbundene Radler ist Heimbach – übrigens Wanderbahnhof des Jahres 2011 in NRW – sicherlich der beste Startpunkt. Mit der Rurtalbahn von Düren aus angereist, kann man erst mal das Fahrrad stehen lassen und das Nationalparktor im historischen Bahnhofsgebäude besichtigen. Eine umfassende Aus-stellung mit 3-D-Animationen,- Filmen und Tierstimmen informiert über den Nationalpark Eifel. Weitere Ausflugsziele sind das Jugendstil-Wasserkraftwerk, das Kloster Mariawald und die fast 1000 Jahre alte Burg Hengebach.

Empfehlenswert ist auch eine Tour mit dem Mäxchen, dem Ausflugsbus der Dürener Kreisbahn. Er startet direkt am Bahnhof in Heimbach und fährt viele Sehenswürdigkeiten an. Zum Renner hat sich dabei die allseits beliebte Scout-Tour entwickelt, die jeweils sonntags um 12:15 ab Bahnhof Heimbach beginnt. Hier erfahrt ihr Interessantes über Natur und Kultur rund um Heimbach und den Nationalpark Eifel. Übrigens kann das Mäxchen mit AVV-Tickets genutzt werden.

Von Heimbach geht es flussabwärts zunächst nach Kreuzau auf der „kleinen Burgenroute“. Auf dieser 21 Kilometer langen Strecke liegt u.a. die berühmte Burg Nideggen aus dem 12. Jahrhundert, die oberhalb des Radweges auf den Felsen thront. Die spannende Geschichte der Rur und der Menschen, die an ihren Ufern über die Jahrhunderte lebten, wird auf diesem Abschnitt lebendig.

Ob man sich nun viel Zeit nimmt, um entlang des RurUfer-Radwegs weitere Sehenswürdigkeiten zu erkunden, oder ob der sportliche Ehrgeiz überwiegt und man „Strecke machen“ will, mit der Rurtalbahn kann die Tour flexibel geplant werden.

Text: Lutz Bernhardt

1 Kommentar

  1. Rainer Rille sagt:

    Interessanter Tipp. Habe direkt Lust, mich auf den Drahtesel zu schwingen 🙂

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