Jedes Jahr ein stimmiges Puzzle

Ein Bus der ASEAG auf dem Campusboulevard

Nach dem Fahrplanwechsel ist vor dem Fahrplanwechsel. Im Juni hat bei der ASEAG erst der Fahrplanwechsel stattgefunden, doch bereits jetzt wird schon am nächsten Fahrplan für den Sommer 2016 gearbeitet. Mit Geduld und Akribie entsteht jedes Jahr ein neues, stimmiges Puzzle.

Aber wie genau entsteht der neue Fahrplan? Welche Änderungen werden berücksichtigt? Die Verkehrsplaner der ASEAG stehen jedes Jahr vor der neuen Herausforderung, aus vielen vielen einzelnen Puzzleteilen einen stimmigen Fahrplan zu erstellen. Dazu müssen sie den Bedarf erkennen, Anregungen prüfen, Kapazitäten optimal nutzen und die Wirtschaftlichkeit gewährleisten.

Und jedes Jahr im Juni ist es dann soweit: Der neue Fahrplan ist da. Abrufbar über die Fahrplanauskunft im Internet, über die Apps, als Aushang an den Haltestellen sowie zusammengefasst auch als Fahrplanbuch. Das Buch hat keinen Glamour und auch keine Fotos. Es ist da, um benutzt zu werden: Bis ins letzte Detail präsentieren die Zahlen und Tabellen jedes Jahr den Fahrgästen die Leistungen der ASEAG bzw. des AVV. Der jährlich im Mai oder Juni stattfindende Fahrplanwechsel bei der ASEAG gleicht sich traditionell dem Termin des Sommerfahrplanwechsels bei der Bahn an.

Wenn der neue Fahrplan erscheint, hat man bei der ASEAG schon mit den Vorbereitungen den nächsten Fahrplan begonnen. Rund 12 bis 14 Monate Vorlauf sind jeweils für die Entwicklung des neuen Fahrplans nötig. Viele Akteure sind eingebunden, viel Abstimmung ist notwendig, viele Umsetzungsschritte müssen ineinander greifen. Das Team der Abteilung „Leistungscontrolling und Informationstechnik“ koordiniert die Umsetzung der Neuerungen und erledigt auch die redaktionellen Arbeiten für das Fahrplanbuch.

Anregungen werden geprüft

Start für die jährliche Anpassung der Fahrpläne ist eine Erfassung und Prüfung der Änderungswünsche. Die Anregungen dazu kommen meist von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch aus den Reihen der kommunalen Politik. Häufig geht es dabei um die Verbesserung der Anbindung bestehender oder auch neuer Wohn- oder Gewerbegebiete. Die Änderungswünsche beziehen sich zum Beispiel auf eine Ausweitung der Bedienzeiten, auf eine Veränderung der Takte und Anschlüsse oder auf eine Modifizierung des Linienverlaufs. Auch die Einrichtung neuer oder die Verlegung bestehender Haltestellen wird bisweilen vorgeschlagen.

Beispiel Hochschulerweiterungsgebiet: Als die Entwicklung des Campus Melaten startete, reagierte die ASEAG und nahm bereits 2010 die neue Hochschullinie 73 in Betrieb. Nach der Einführung kamen schnell im Zusammenhang mit der Einführung des Job-Tickets an der RWTH schnell Wünsche von Beschäftigten und Nutzern der neuen Verbindung, diese weiter zu verbessern. Infolgedessen wurden später die neuen Schnellbusfahrten der Linie 173 ab Brand ins Hochschulgebiet eingerichtet.

Nächster Schritt: Auf Grundlage der Maßnahmenvorschläge werden mögliche Änderungen im Leistungsangebot geprüft und anschließend den betroffenen Kommunen bzw. dem AVV zur Beschlussfassung vorgestellt. Die ÖPNV-Aufgabenträger (Stadt Aachen, StädteRegion, Kreis Heinsberg, Kreis Düren) sowie die Kommunen beraten die Maßnahmen in den zuständigen Gremien und treffen letztlich die Entscheidung bezüglich der Umsetzung. Bei Angebotsveränderungen sind auch die finanziellen Auswirkungen zu berücksichtigen, die in den Beschlussvorlagen gesondert ausgewiesen werden.

Viele Schritte zur Umsetzung

Sobald die Beschlüsse der kommunalen Ausschüsse und der AVV-Beiräte (Entscheidungsgremien der ÖPNV-Aufgabenträger) vorliegen, was in der Regel spätestens im Januar der Fall ist, beginnen die Planer mit der detaillierten Erstellung des neuen Fahrplans. Steht dieser, schließt sich die für den Einsatz der Busse und des Fahrpersonals notwendige Umlauf- und Dienstplanung an, die im ASEAG-Center „Verkehr und Betrieb“ in der Abteilung Betriebsplanung erstellt wird.

Zwei Monate Vorlauf braucht eine eventuell notwendige neue Haltestellenbeschilderung. Auch hierfür muss die Planung rechtzeitig abgeschlossen sein. Ebenfalls etwa zwei Monate vor der Umsetzung beginnt die Produktion des Fahrplanbuches. Hier hilft das EDV-basierte Fahr- und Dienstplanprogramm. In den letzten zwei Wochen vor der Umstellung beginnt die Erneuerung der Fahrplanaushänge an den Haltestellen.

Wenn der neue Fahrplan schließlich an einem Sonntag in Kraft tritt – arbeitet die ASEAG bereits wieder am nächsten Fahrplan.

Quelle: ASEAG | Foto: S. Wassen

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